Mich interessiert zuerst das Warum.
Mein Weg führte von der Chemie über Sozialarbeit und digitale Medien zur Informationssicherheit und KI. Nicht alles war geradlinig. Die Neugier auf Menschen, Technik und ihre Zusammenhänge ist geblieben.
Was mich heute beschäftigt
Seit Januar 2025 arbeite ich als Managing Consultant Informationssicherheit bei der conreri digital development GmbH. Meine Themen sind Informationssicherheit, Datenschutz, Cyberresilienz und der verantwortliche Einsatz von KI. Mich interessiert dabei vor allem, wie diese Dinge im wirklichen Betrieb zusammenpassen. Eine saubere Beschreibung ist hilfreich. Noch hilfreicher ist, wenn das Beschriebene auch funktioniert.
Die folgenden Aufgaben geben einen Einblick in meine Arbeit der letzten zwölf Monate, Stand Oktober 2026. Einige begleiten mich laufend, andere Vorhaben sind inzwischen abgeschlossen. Vertrauliche Einzelheiten bleiben dort, wo sie hingehören: im jeweiligen Unternehmen.
NIS2 und BSIG als externer ISB umsetzen
Als externer Informationssicherheitsbeauftragter (ISB) begleite ich mehrere Unternehmen bei der Umsetzung der NIS2- und BSIG-Anforderungen. Dabei geht es darum, vorhandene Grundlagen zu prüfen, Lücken zu erkennen und Risiken, Zuständigkeiten und Maßnahmen in einen nachvollziehbaren Ablauf zu bringen. Nicht jede Organisation muss bei null anfangen. Vorhandenes zu verstehen ist meist hilfreicher, als zunächst einen neuen Ordner anzulegen.
Datenschutz im Arbeitsalltag konkret machen
Ich prüfe Verträge zur Auftragsverarbeitung (AVV), erstelle und überarbeite Datenschutzerklärungen (DSE) und unterstütze bei Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA). Hinzu kommen Fragen zu KI-Anwendungen, digitalen Diensten und dem Umgang mit personenbezogenen Daten. Mich interessiert dabei, welche Daten tatsächlich wohin fließen, wer Verantwortung trägt und welche Maßnahmen nötig sind. Eine Erklärung auf der Website ist wichtig. Sie sollte allerdings auch zum tatsächlichen Betrieb passen.
Bei Sicherheitsvorfällen unterstützen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung bei Incidents. Dabei geht es darum, den Sachverhalt zu klären, gesicherte Erkenntnisse von Vermutungen zu trennen und die nächsten Schritte mit den Beteiligten abzustimmen. Auch die Einordnung möglicher Datenschutzfolgen und eine sachliche Kundenkommunikation gehören dazu. In dieser Phase interessiert mich zuerst, was passiert ist und was jetzt hilft. Die Schuldfrage darf warten, die Bearbeitung nicht.
Eine erfolgreiche ISO-27001-Zertifizierung unterstützen
Ich habe ein Unternehmen auf dem Weg zur ISO-27001-Zertifizierung unterstützt, unter anderem bei der Bearbeitung von Auditfeststellungen und nachvollziehbarer Dokumentation. Das Zertifikat liegt inzwischen vor. Meine Unterstützung war ein Beitrag zur gemeinsamen Arbeit – und ein Zertifikat ist ein wichtiger Meilenstein, aber kein Ersatz für den anschließenden Alltag.
NIS2- und KRITIS-Anforderungen in Arbeitsgrundlagen übersetzen
In einem im März 2026 abgeschlossenen Projekt ging es um Sicherheitsanforderungen im Lieferantenumfeld eines Telekommunikationsunternehmens. Ich habe an einer zusammenhängenden Sicherheits-, Betriebs- und Technikdokumentation sowie wiederverwendbaren Vorlagen gearbeitet. Das Ziel: Anforderungen nachvollziehbar bearbeiten und bei neuen Kundenprojekten nicht jedes Mal wieder bei einem leeren Blatt beginnen.
Lieferantenbewertung als nachvollziehbaren Ablauf entwickeln
Ich beschäftige mich mit der Entwicklung eines Workflows zur Lieferantenbewertung. Informationen, Anforderungen, Bewertungen und offene Punkte sollen in einem geordneten Ablauf zusammenkommen. Eine ausgefüllte Checkliste ist dabei noch keine Entscheidung. Wichtig ist, dass erkennbar bleibt, worauf eine Einschätzung beruht und wer sich um offene Fragen kümmert.
KI im Unternehmen sinnvoll einführen
Ich arbeite an KI-gestützten Workflows und unterstütze Unternehmen bei der Einführung von KI. Dazu gehören die Prüfung konkreter Anwendungen, der Umgang mit Daten und die Entwicklung verständlicher KI-Richtlinien. Mich interessiert nicht nur, ob ein Werkzeug etwas kann, sondern auch, ob es in den Ablauf passt und sein Ergebnis verlässlich geprüft werden kann.
KI in meiner eigenen Arbeit und im Team einsetzen
Ich nutze KI, um Informationen zu strukturieren, Aufgaben im Team zu koordinieren und komplexe Kundenanfragen gut vorzubereiten. Ziel sind eine fundierte Beratung und belastbare Ergebnisse; fachliche Prüfung und Verantwortung bleiben bei uns. Eine schnell formulierte Antwort ist schließlich noch keine gut geklärte Frage.
Eigene Multi-Agenten-Systeme entwickeln
Ich entwickle eigene Multi-Agenten-Systeme zur zunehmend autonomen Entwicklung. Dabei übernehmen mehrere Agenten unterschiedliche Aufgaben in Planung, Umsetzung und Prüfung. Ich bin von den Möglichkeiten begeistert. Eine Aufgabe, die vorher zehn Minuten dauerte, kann mit KI allerdings durchaus eine Stunde beschäftigen. Das Werkzeug war dann modern. Über den Zeitgewinn müssen wir noch reden.
Lokale Hausautomation mit KI weiterentwickeln
Zu Hause nutze ich KI, um Automationsregeln zu entwickeln und Daten auszuwerten – etwa zum Energieverbrauch und zum Heizen mit Klimaanlagen. Die KI steuert dabei nicht das Haus: Die Hausautomation arbeitet eigenständig nach den hinterlegten Regeln. Das System läuft vollständig lokal, ohne Cloud-Abhängigkeit und ohne Apps, die für die Steuerung mit fremden Servern im Internet kommunizieren. Das Licht braucht schließlich keine Rücksprache mit einem Rechenzentrum.
Die IVW-Messung für mehrere Messdienstleister öffnen
Von Januar 2025 bis Juli 2026 war ich an der Öffnung des IVW-Digital-Messsystems für weitere Messdienstleister beteiligt: von Konzept und Projektsteuerung über die technische Umsetzung bis zum Rollout. Dabei mussten Datenlieferungen, Schnittstellen, Ausweisung und die Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter zusammenpassen. Hier verbindet sich meine langjährige Erfahrung in der Medienmessung mit dem, was mich weiterhin reizt: komplexe Zusammenhänge verstehen und Veränderungen praktisch zum Funktionieren bringen.
Mein Weg war nicht geradlinig
Mein Berufsleben begann nicht in der IT. Von 1986 bis 1989 machte ich eine Ausbildung zum Chemiefacharbeiter bei AkzoNobel. Danach folgten unterschiedliche Tätigkeiten: als Verkäufer, Arbeiter und Fahrer. Von 1992 bis 1993 besuchte ich die Fachoberschule für Technik in Mönchengladbach und erwarb die Fachhochschulreife. Anschließend war ich zwei Jahre in Elternzeit.
Von 1995 bis 1998 studierte ich Sozialarbeit an der katholischen Fachhochschule in Aachen. In dieser Zeit gründete ich den Verein „Kriegskinder“. Wir organisierten Hilfslieferungen nach Bosnien und ermöglichten bosnischen Kindern Aufenthalte in Deutschland zur medizinischen Versorgung.
Das gehört für mich genauso zur Geschichte wie spätere Funktionen und Projekte. Ein Lebenslauf lässt sich übersichtlich in Jahreszahlen sortieren. Das Leben dahinter hält sich nicht immer an die vorgesehenen Spalten.
1998 wurde ich geschäftsführender Gesellschafter der ICP Lück und Lanzrath GbR. Im Jahr 2000 übernahm ich die Leitung Technik Online bei der IVW. Damit begann eine lange Phase rund um digitale Medien, technische Messverfahren und die Frage, wie man aus vielen Daten verlässliche und vergleichbare Informationen macht.
Aufbauen, verändern und Verantwortung übernehmen
2002 begleitete ich die Ausgliederung des technischen Messbetriebs aus der IVW in die neu gegründete INFOnline. Dort arbeitete ich über viele Jahre am Aufbau und an der Weiterentwicklung von Plattformen, technischen Abläufen, Servicebereichen und Messverfahren. Später kamen die Rollen als COO, stellvertretender Geschäftsführer und Geschäftsführer hinzu.
Mich interessieren besonders Aufgaben, bei denen etwas entsteht oder sich grundlegend verändert. Dafür braucht es nicht nur eine Idee, sondern auch Ausdauer. Eine technische Lösung muss eingeführt werden, Menschen müssen damit arbeiten können und unterschiedliche Interessen brauchen eine gemeinsame Richtung. Gerade bei längeren Veränderungen ist der erste Entwurf selten das schwierigste Stück Arbeit.
2023 endete meine Zeit bei INFOnline. Danach arbeitete ich selbstständig und verlagerte meinen Schwerpunkt auf Informationssicherheit, Datenschutz und regulatorische Anforderungen. Seit 2025 führe ich diese Arbeit bei conreri fort. Der Wechsel aus einem vertrauten Umfeld in ein neues Arbeitsfeld gehört zu mir: Erfahrung soll mir helfen, Neues zu verstehen, nicht es vorsorglich auszuschließen.
Die ausführlichen Stationen und konkreten Projekte stehen auf der Seite Erfahrung und Vita.
Erst zuhören. Dann ordnen.
Ich möchte zuerst verstehen, was tatsächlich vorliegt. Was wissen wir? Was nehmen wir nur an? Welche Zusammenhänge haben wir noch nicht betrachtet? Das gilt für technische Probleme ebenso wie für Zusammenarbeit, Führung und Veränderungen.
Ich arbeite gerne eigenständig, entwickle gerne neue Ansätze und übernehme gerne Verantwortung. In einer Führungsrolle ist mir wichtig, dass das gemeinsame Ziel im Vordergrund bleibt. Mein Ego muss dafür nicht eigens auf die Tagesordnung. Ich versuche, unterschiedliche Sichtweisen zunächst zu verstehen und anschließend Struktur in die Sache zu bringen.
Regeln haben ihren Sinn. „Das haben wir immer so gemacht“ ist für mich allerdings noch keine vollständige Begründung. Wenn eine Vorgehensweise funktioniert, muss sie nicht aus Prinzip neu erfunden werden. Wenn sie nicht mehr passt, sollte man sie verändern dürfen.
In der Kommunikation bin ich eher sachlich als emotional. Ich achte darauf, Informationen korrekt und verständlich zu vermitteln. Höflichkeit und Klarheit schließen sich dabei nicht aus. Eine genaue Rückfrage ist mir lieber als ein freundliches Missverständnis, das erst Wochen später auffällt.
Ruhig bleiben ist eine Arbeitsweise
In schwierigen Situationen lautet meine erste Frage nicht: Wer war schuld? Zunächst müssen wir klären, was passiert ist, welche Auswirkungen es hat und was jetzt zu tun ist. Wenn niemand verletzt ist, haben wir schon einmal einen wichtigen Punkt geklärt. Danach können wir uns dem Sachverhalt widmen.
Das bedeutet nicht, Verantwortung auszublenden. Ursachen und Entscheidungen müssen später aufgearbeitet werden. Nur hilft die Suche nach Schuldigen selten dabei, einen ausgefallenen Betrieb wieder zum Laufen zu bringen.
„Hoffnung ist keine Strategie“ trifft meine Haltung zur Informationssicherheit ziemlich gut. Ich möchte wissen, ob Sicherungen wiederherstellbar sind, Zuständigkeiten geklärt wurden und ein Notfallplan praktisch nutzbar ist. Die bloße Existenz eines Dokuments beruhigt mich nur begrenzt.
Auch außerhalb der Arbeit bleibt das Warum
Privat beschäftige ich mich mit Hausautomation, Energie und dem Heizen mit Klimaanlagen beziehungsweise Luft-Luft-Wärmepumpen. Mich interessieren Verbrauch, Regelung und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Technik soll den Alltag unterstützen, nicht zu einer zusätzlichen Vollzeitbeschäftigung werden. Gelegentlich muss ich meine eigenen Projekte daran erinnern.
Bei KI interessiert mich nicht nur, was technisch möglich ist. Ich denke auch über Verantwortung, Ethik und gesellschaftliche Folgen nach. Was verändert sich, wenn Systeme Vorschläge machen, Entscheidungen vorbereiten oder selbst handeln? Was müssen Menschen weiterhin verstehen und selbst beurteilen können?
„Alles hängt mit allem zusammen“ ist eine meiner Grundüberzeugungen. Deshalb lässt sich mein Interesse an Menschen, Gesellschaft und Technik nicht sauber voneinander trennen. Ein System ist für mich selten nur eine technische Konstruktion. Es ist auch Teil eines Alltags, einer Organisation und der Entscheidungen von Menschen.
Und wenn etwas nicht funktioniert, kann es durchaus ein Layer-8-Problem sein: Das Problem sitzt vor dem Computer. Ich nehme mich bei dieser Fehlerquelle ausdrücklich nicht aus.