Die Klima macht die Basis, der Ofen hilft nach
Unser Wohnzimmer hat etwa 50 m². Das Haus ist aus den 1980ern, nicht gedämmt, aber mit modernen Fenstern und Türen. Die Klimaanlage im Wohnzimmer reicht allein nicht immer aus. Genau da kommt der Holzofen ins Spiel: Er liefert die Wärme, die noch fehlt.
Mir hilft es, zwei Fragen auseinanderzuhalten: Wird es warm genug? Und was kostet die Wärme? Das ist nicht dasselbe. Eine Klima kann sparsam laufen und den Raum trotzdem nicht schaffen. Wann wir den Ofen brauchen, wollen wir diesen Winter genauer herausfinden.
Das warme Wohnzimmer sagt natürlich noch nichts über die anderen Räume. Die brauchen weiterhin ihre eigene Heizung. Und Warmwasser ist noch einmal ein anderes Thema. Die Grundlagen und den Kostenvergleich habe ich auf der Seite zur Luft-Luft-Wärmepumpe zusammengestellt.
Wenig Sonne? Nicht gleich den Ofen anmachen
Draußen grau, kaum Ertrag vom Dach – da liegt der Gedanke an den Ofen nahe. Aber wenig Solarstrom heißt nicht, dass die Klima schlecht heizt. An einem milden, bewölkten Tag kann sie gut arbeiten. Bei Frost sieht es anders aus: Das Haus braucht mehr Wärme, und die Klima muss sich dafür stärker anstrengen.
Meine Anlage als konkretes Beispiel
Bei mir arbeiten zwei Mitsubishi-Außengeräte mit insgesamt acht Innengeräten: ein SCM41ZS-W mit drei und ein SCM100ZS-W mit fünf Innengeräten. Die folgende Grafik zeigt für beide Außengerätetypen, wie sich die Effizienz bei kälterer Luft verändert.
So lesen Sie die Grafik: COP 4 bedeutet etwa vier Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom am jeweiligen Prüfpunkt. Beide Kurven verwenden veröffentlichte Vergleichskombinationen mit anderen Innengeräten; sie sind keine Messkurven meiner Anlage.
Meine Geräte und den SCOP genauer einordnen
An meiner Dreieranlage hängen drei SRK15ZS-WF mit jeweils 2 kW Nennheizleistung und 1,5 kW Nennkühlleistung. Für diese Kombination nennt S-Klima SCOP 4,6. Der SCOP beschreibt eine standardisierte Heizperiode; er ist weder ein COP für eine einzelne Außentemperatur noch eine gemessene Jahresarbeitszahl meines Hauses.
Die Grafik nutzt Eurovent-Prüfpunkte anderer Innengerätekombinationen. Temperatur und Prüf-Heizleistung ändern sich dabei gemeinsam. Die Linien verbinden die Prüfpunkte; ihr Abstand beweist keinen festen Effizienzvorteil meiner Dreier- gegenüber meiner Fünferanlage.
Eurovent-Vergleichswerte für beide Außengerätetypen · andere Innengerätekombinationen als zu Hause
- SCM41ZS-W · Außengerätetyp der Dreieranlage
Geprüft mit 2 × SRK20ZS-WF · Quelle - SCM100ZS-W · Außengerätetyp der Fünferanlage
Geprüft mit 2 × SRK50ZSX-W · Quelle
Prüfwerte, Strombedarf und Beispielkosten ansehen
- +7 °C
- SCM41ZS-W: COP 5,40
Für 10 kWh Wärme: 1,85 kWh Strom · 0,65 €
Prüf-Heizleistung: 1,18 kW - SCM100ZS-W: COP 5,20
Für 10 kWh Wärme: 1,92 kWh Strom · 0,67 €
Prüf-Heizleistung: 2,30 kW - +2 °C
- SCM41ZS-W: COP 4,36
Für 10 kWh Wärme: 2,29 kWh Strom · 0,80 €
Prüf-Heizleistung: 1,83 kW - SCM100ZS-W: COP 4,00
Für 10 kWh Wärme: 2,50 kWh Strom · 0,88 €
Prüf-Heizleistung: 3,70 kW - -10 °C
- SCM41ZS-W: COP 2,60
Für 10 kWh Wärme: 3,85 kWh Strom · 1,35 €
Prüf-Heizleistung: 3,40 kW - SCM100ZS-W: COP 2,40
Für 10 kWh Wärme: 4,17 kWh Strom · 1,46 €
Prüf-Heizleistung: 6,80 kW
Orientierung anhand anderer Innengerätekombinationen, keine Kennlinien der eigenen Anlagen. Temperatur und Prüflast ändern sich gemeinsam; zwischen den Prüfpunkten wird keine genaue Leistung vorhergesagt. Kostenbeispiel mit 0,35 €/kWh Strom.
Wann ich den Ofen dazunehme
Wenn die Klima die gewünschte Temperatur im Wohnzimmer nicht mehr hält, hilft der Ofen nach. Dafür muss die Klima nicht erst unwirtschaftlich werden. Manchmal fehlt schlicht Heizleistung.
Und manchmal möchte man einfach einen Abend am Ofen verbringen. Auch das ist ein Grund. Ich würde daraus nur keine Sparrechnung machen. Wer die Kosten vergleichen will, muss Strompreis, Holzpreis und die nutzbare Wärme zusammenbringen – eine feste Außentemperatur allein hilft da wenig.
Bei aller Gemütlichkeit: Holz verursacht Feinstaub und ist nicht pauschal klimaneutral. Auch das gehört für mich dazu, wenn ich über diese Kombination spreche.
Am Sofa warm heißt nicht überall warm
Der Ofen macht zunächst das Wohnzimmer warm. Im Arbeits- oder Schlafzimmer kann es gleichzeitig noch zu kühl sein. Deshalb schauen wir auf die Räume einzeln. Eine offene Tür verteilt die Wärme nicht automatisch so, wie wir es gern hätten.
Im Wohnzimmer kann die Klima bei Ofenwärme entsprechend weniger beitragen. Der Raumfühler sollte dafür weder direkt am Ofen noch im warmen Luftstrom der Klima sitzen. Und wenn es schon zu warm ist, hilft nicht noch mehr Holz: Der Ofen gibt auch danach noch Wärme ab.
- 01Aufstellraum
Zusätzliche Ofenwärme und mögliche Überheizung beobachten.
- 02Weitere Räume
Heizbedarf dort prüfen, wo Wärme tatsächlich benötigt wird.
- 03Messstellen
Temperaturen am sinnvollen Ort erfassen und Werte auf Aktualität prüfen.
- 04Bedienung
Klimaanlage bedarfsgerecht einstellen; Schutzfunktionen erhalten.
Eine warme Messstelle bedeutet nicht, dass alle Räume ausreichend versorgt sind.
Beim Feuer bleibt es Handarbeit
Beim Ofen halte ich mich an die Bedienungsanleitung: passendes Holz, passende Menge, richtige Bedienung. Ob Verbrennungsluft, Abgasführung und eine mögliche Dunstabzugshaube zusammenpassen, gehört mit dem Fachbetrieb beziehungsweise Schornsteinfeger geklärt.
Home Assistant darf bei uns mitbeobachten. Der Temperaturfühler am Ofen macht daraus aber keine Sicherheitseinrichtung. Anheizen und Nachlegen bleiben Handarbeit; vorgeschriebene Schutzfunktionen müssen auch ohne Server und WLAN funktionieren.
Home Assistant schreibt schon mit
Wir müssen dafür nicht mit dem Notizblock neben dem Ofen sitzen. Home Assistant zeichnet bereits mit: Außentemperatur, Wohnzimmertemperatur, Solltemperatur und Klimabetrieb. Am Ofen sitzt ebenfalls ein Temperaturfühler. So sehen wir, wann er mitheizt.
Im Winter schauen wir uns an, wann die Klima allein zurechtkommt und wann der Ofen hilft. Dabei müssen wir auch Nachwärme, Lüften und die anderen Innengeräte mitdenken. Eine feste Grenze kennen wir noch nicht – die möchte ich lieber aus unserem Alltag ableiten als aus einer Tabelle übernehmen.
KI kann beim Sortieren der Verläufe helfen und auffällige Stellen finden. Den COP kann sie daraus aber nicht herbeizaubern: Dafür fehlt uns die abgegebene Wärmemenge. Und für eine externe Auswertung müssen nicht gleich sämtliche Hausdaten mit. Wie ich mir die Zusammenarbeit vorstelle, steht unter Hausautomation mit KI.
Drei Tage, drei unterschiedliche Situationen
- Mild und bewölkt: Die Klimaanlage hält den Raum warm. Wenig PV-Strom allein ist kein Anlass, den Ofen anzuzünden.
- Kalt und zu wenig Raumwärme: Die Klimaanlage läuft, die Wunschtemperatur wird trotzdem nicht gehalten. Der Ofen kann das Wohnzimmer unterstützen; andere Räume bleiben gesondert versorgt.
- Sonnig und bereits warm genug: Zusätzliche Wärme wird nicht gebraucht – auch wenn gerade Solarstrom verfügbar ist.
Das sind Beispiele, noch keine Auswertung unseres Winters. Sie zeigen aber ganz gut, worauf es mir ankommt: erst schauen, ob Wärme fehlt, dann entscheiden.
- 01Bedarf feststellen
Raumzustand und tatsächlich benötigte Wärme betrachten.
- 02Betrieb einordnen
Gerät, Wetter, verfügbare Daten und mögliche Einschränkungen prüfen.
- 03Ergänzung abwägen
Kosten, Komfort, Emissionen und sichere Bedienbarkeit getrennt betrachten.
- 04Bewusst handeln
Vorgesehene Einstellungen nutzen und die Wirkung beobachten.
Die Prüfung kann auch ergeben, nichts zu ändern; sie ist keine automatische Umschaltung auf Holz.
Was wir im Winter herausfinden
Ab wann schafft unsere Klima das Wohnzimmer nicht mehr allein? Ehrlich gesagt: Das wissen wir noch nicht genau. Diesen Winter wollen wir mehrere vergleichbare Zeiträume in Home Assistant ansehen.
Der Ofenfühler hilft dabei, seine Wärme und die Nachwärme zu erkennen. Sonst würden wir der Klima womöglich eine Leistung zuschreiben, die gerade vom Holz kommt. Ein einzelner kalter Abend reicht dafür noch nicht.
Bis dahin machen wir es so: Die Klima liefert die Grundwärme, der Ofen hilft bei Bedarf nach. Wenn die Aufzeichnungen mehr hergeben, können wir konkreter werden. Eine genaue Umschalttemperatur behaupte ich vorher nicht.
Häufige Fragen
Soll ich an sonnenarmen Tagen grundsätzlich den Holzofen nutzen?
Nein. Wenig PV-Ertrag beschreibt zunächst die Stromverfügbarkeit aus der eigenen Anlage.
Ab welcher Außentemperatur lohnt sich Holz statt Klimaanlage?
Dafür gibt es keine allgemeine Grenze. Entscheidend sind Gerät, Wärmebedarf, nutzbare Wärme, Preise und Betriebsbedingungen.
Ist Holzheizen klimaneutral?
Nicht pauschal. Das Bundesumweltministerium widerspricht dieser vereinfachten Annahme ausdrücklich.
Kann der Ofen die Klimaanlage in allen Räumen ersetzen?
Das lässt sich aus einer warmen Ofenumgebung nicht ableiten. Grundriss, Wärmebedarf und tatsächliche Verteilung müssen betrachtet werden.
Darf Home Assistant den Ofen automatisch regeln?
Die hier beschriebene Nutzung beschränkt sich auf Beobachtung und Unterstützung; der Holzofen bleibt sicher manuell bedient. Eigenbau-Automation oder KI ersetzt keine zugelassene Feuerstättensteuerung, Verriegelung oder Einweisung.
Kann ich aus Stromverbrauch und Raumtemperatur den COP berechnen?
Damit allein nicht zuverlässig. Für eine Effizienzbestimmung wird auch die abgegebene Wärme mit passender Messung und Bilanzgrenze benötigt.
Quellen und weitere Informationen
- Eurovent: SCM100ZS-W mit zwei SRK50ZSX-W – COP und Heizleistungen an Prüfpunkten
- Eurovent: SCM41ZS-W mit zwei SRK20ZS-WF – COP und Heizleistungen an Prüfpunkten
- S-Klima: SCM41ZS-W mit drei SRK15ZS-WF – saisonale Effizienz
- Bundesverband Wärmepumpe: Außentemperatur und Effizienz von Luft-Wasser-Wärmepumpen
- Verbraucherzentrale: Klimaanlage installieren – Geräte und Luft-Luft-Wärmepumpen
- Umweltbundesamt: Umgebungswärme, Wärmepumpen und Effizienzkennzahlen
- Umweltbundesamt: Heizen mit Holz – Ratgeber zum emissionsarmen Betrieb
- Bundesumweltministerium: Klimaauswirkungen von Heizen mit Holz
- HEA-Fachwissen: Abluft, Feuerstätten und sichere Betriebsbedingungen
Allgemeine Orientierung: Beispiele sind veranschaulichend und keine Planung für eine konkrete Anlage. Technische Änderungen müssen zu Gebäude, Geräten und vorgesehenem Betrieb passen.
Quellenprüfung und redaktioneller Stand: 28. Oktober 2026.